Meditation für Normalsterbliche

Veröffentlicht am 27. Oktober 2014

Ruhe und nichts als Ruhe… nicht mehr Einkaufs- und andere to-do-Listen abarbeiten, einmal aufhören, sich zwischen Arbeit, Kinderbetreuung, Freizeitaktivitäten und familiären Verpflichtungen hin und her zu stressen, stattdessen nichts mehr tun und über nichts mehr nachdenken müssen, das erscheint vielen Menschen, die ein sogenanntes normales Leben führen, oft wie der Himmel auf Erden. Und sollte man es dann irgendwie einmal geschafft haben, sich auf einem Meditationskissen niederzulassen, wird die innere Unruhe fast eine noch größere Plage als im Alltag: Zahllose Gedankenfetzen flitzen vorbei, die Einkaufsliste werden mental erstellt, im Körper zwickts und zwackts und von Ruhe ist keine Spur.

Wie haben sie das eigentlich angestellt, diese Yogis, sich in einen Zustand beseligender Heiterkeit zu versetzen und sich durch nichts mehr aus der Ruhe bringen zu lassen? Wenig überraschend: Sie haben sich häufig aus dem weltlichen Leben zurückgezogen und ein Leben der Entsagung geführt, wenn nicht das ganze Leben lang, dann zumindestens für mehrere Jahre! Denn aktives, weltliches Leben und tiefe, innere Ruhe waren immer schon Polaritäten, die schwer miteinander in Einklang zu bringen waren… Muss das entmutigen? Nicht notwendigerweise, denn Meditation kann trotz alledem eine große Hilfe sein für den Alltag.

Man müsste zunächst jedoch die Erwartung an die tiefe Ruhe loslassen und stattdessen in eine innere Haltung von Offenheit gehen, das bedeutet, alles anzunehmen, was ist. Alles, genau, auch die Hektik und die innere Unruhe. Denn nur im Annehmen dessen, was ist, hat die Ruhe überhaupt eine Chance, in uns lebendig zu werden.

von Isabella Welsch

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