Was ist eigentlich Grhasta-Yoga?

Veröffentlicht am 20. März 2014

In vielen altindischen Yoga-Texten findet man eine Differenzierung der Übungspraxis für verschiedene Menschen. Eine der Hauptunterscheidungskategorien ist, ob man ein Leben als Entsagender (Sanyasin) oder ein weltliches Leben führt, also ein sog. „Haushälter“ (Grhasta) ist. Die meisten Menschen in Westen, die heutzutage Yoga praktizieren, sind zweifelsohne der zweiten Kategorie zuzuordnen. Haushälter/in sein bedeutet, dass man ein Leben mit Arbeit, Partnerschaft und traditionellerweise auch mit Kindern führt und inmitten dieses Lebens seine Yoga-Übungen macht. Als die für Haushälter /innen wichtigste Übungspraxis wird in manchen alten Texten nicht Hatha-Yoga, sondern Japa-Yoga, das Rezitieren von Mantren, beschrieben! Kern der Praxis ist, einzuüben, nicht an den Früchten seiner Taten zu hängen, weder an Erfolg noch an materiellem Wohlstand. Man gibt nicht das (weltliche) Tun auf, sondern „lediglich“ die Anhaftung an die Früchte des Tuns, ein feiner, aber wesentlicher Unterschied, der besonders ausführlich in der Bhagavadgita dargestellt wird. Im Hatha-Yoga können wir selbstverständlich das Gleiche einüben, nämlich praktizieren, ohne innerlich an bestimmten Ergebnissen zu hängen.

von Isabella Welsch

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